Topper im Test: Mehr Komfort für jedes Bett?

Eine Leserin schrieb uns im Frühjahr: Neue Matratze, Härtegrad H3, gut bewertet, und trotzdem wachte sie jeden Morgen mit Schulterschmerzen auf. Zurückgeben ging nicht mehr, die 100 Nächte Probeschlafen waren vorbei. Ihre Frage war die, die uns am häufigsten erreicht: Bringt ein Topper etwas, oder ist das nur eine teure Decke?

Die Antwort in ihrem Fall war ja. In vielen anderen Fällen ist sie nein. Der Unterschied lässt sich benennen.

Was ein Topper leistet und was nicht

Ein Topper ist eine vier bis zehn Zentimeter dicke Auflage, die auf der Matratze liegt. Ursprünglich stammt er aus dem Boxspringbett, wo er zum System gehört. Inzwischen findet er auch in normalen Bettsystemen seinen Platz.

Was er tatsächlich verändert:

  • Er macht eine zu harte Matratze weicher. Das ist der Hauptgrund, warum Topper im Test gut abschneiden.
  • Er nimmt Druck von Schulter und Hüfte, besonders bei Seitenschläfern.
  • Er überbrückt die Besucherritze bei zwei nebeneinanderliegenden Matratzen.
  • Er schützt die Matratze vor Schweiß und Abrieb, weil sein Bezug meist waschbar ist.

Was er nicht kann: eine durchgelegene Matratze retten, eine zu weiche Matratze fester machen oder eine falsche Härtegradwahl vollständig ausgleichen. Wer in einer Kuhle liegt, liegt mit Topper in derselben Kuhle, nur weicher gepolstert.

Damit ist der Fall der Leserin erklärt. Ihre Matratze war neu und intakt, aber für ihr Gewicht und ihre Schlafposition zu fest. Genau dafür ist ein Topper gemacht.

Die Materialien im Vergleich

Die Wahl des Materials entscheidet über Liegegefühl, Schlafklima und Haltbarkeit. Vier Varianten sind am Markt verbreitet.

Material Liegegefühl Schlafklima Haltbarkeit Preis
Kaltschaum punktelastisch, mittelfest gut 5 bis 8 Jahre 80 bis 250 €
Viscoschaum anschmiegsam, langsam wärmend 4 bis 6 Jahre 100 bis 300 €
Latex elastisch, fest mittel 8 bis 12 Jahre 200 bis 500 €
Gelschaum punktelastisch, weich kühlend 5 bis 7 Jahre 150 bis 400 €

Kaltschaum erfüllt die meisten Ansprüche zu vertretbaren Kosten und ist deshalb die häufigste Empfehlung.

Zum Viscoschaum eine Einschränkung, die in Produktbeschreibungen selten steht: Er reagiert auf Körperwärme und wird dadurch weicher. Wer nachts leicht schwitzt oder häufig die Position wechselt, empfindet ihn oft als zu träge. Für Rückenschläfer mit ruhigem Schlaf kann er dagegen genau richtig sein.

Latex ist das langlebigste Material und gleichzeitig das schwerste. Ein Latextopper in 180 mal 200 Zentimetern wiegt gut 15 Kilogramm, was beim Beziehen und Lüften spürbar wird.

Worauf es beim Kauf ankommt

Neben dem Material entscheiden vier Kennzahlen darüber, ob ein Topper hält, was er verspricht.

Höhe. Vier Zentimeter sind das Minimum, darunter ist es eine Auflage ohne Wirkung. Sieben bis neun Zentimeter sind der Bereich, in dem ein Topper eine zu harte Matratze spürbar verändert. Über zehn Zentimeter verändert er das Liegegefühl so stark, dass die Matratze darunter fast egal wird.

Raumgewicht. Bei Schaumtoppern die wichtigste Zahl. Unter RG 40 sinkt der Topper innerhalb eines Jahres durch. Ab RG 50 ist er formstabil, ab RG 60 sehr langlebig. Anbieter, die das Raumgewicht nicht angeben, haben meist einen Grund dafür.

Bezug. Er sollte abnehmbar und bei mindestens 60 Grad waschbar sein. Ein Vierseiten-Reißverschluss macht das Abziehen deutlich einfacher als ein Dreiseiten-Modell.

Schadstoffprüfung. Achten Sie auf ein anerkanntes Prüfsiegel für Textilien. Frisch gelieferte Schaumstoffe riechen fast immer, das sollte sich aber nach zwei bis drei Tagen Lüften verlieren.

Wer für die eigene Familie mitdenkt: Bei Kindern gelten andere Maßstäbe, weil weiche Auflagen im Babybett gefährlich werden können. Welche Anforderungen dort gelten und welche Modelle in unabhängigen Prüfungen bestehen, zeigt der Überblick zu Babymatratzen im Test, der die Sicherheitskriterien mit aufführt.

Welcher Topper zu welchem Schläfer passt

Die Empfehlung hängt weniger vom Preis ab als von Schlafposition und Körpergewicht.

Seitenschläfer brauchen Einsinktiefe an Schulter und Hüfte. Kaltschaum oder Gelschaum mit sieben bis neun Zentimetern Höhe, eher weich.

Rückenschläfer brauchen eine gerade Wirbelsäule. Ein mittelfester Kaltschaumtopper mit fünf bis sieben Zentimetern reicht meist aus.

Bauchschläfer sollten vorsichtig sein. Ein weicher Topper lässt das Becken einsinken und drückt die Lendenwirbelsäule ins Hohlkreuz. Wenn überhaupt, dann fest und flach.

Schwerere Personen ab 100 Kilogramm brauchen ein hohes Raumgewicht und mindestens sieben Zentimeter, sonst ist der Topper nach einem halben Jahr durchgelegen.

Wer nachts schwitzt, sollte Viscoschaum meiden und zu Kaltschaum mit offenporiger Struktur oder Gelschaum greifen.

Paare mit unterschiedlichem Gewicht fahren mit zwei separaten Toppern besser als mit einem durchgehenden, auch wenn das optisch weniger schön aussieht.

Was der Topper nicht ersetzt

Am Ende bleibt eine Einschränkung, die kein Produkttest wegdiskutieren kann. Ein Topper ist eine Korrektur, keine Grundlage. Stimmen Lattenrost, Matratze und Kissen nicht zusammen, verschiebt er das Problem nur nach oben.

Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf drei Dinge: Ist die Matratze jünger als acht Jahre? Ist sie sichtbar frei von Kuhlen? Passt der Härtegrad grundsätzlich zu Ihrem Gewicht? Fällt eine dieser Antworten negativ aus, ist eine neue Matratze das bessere Geld.

Auch die Pflege gehört dazu. Ein Topper sollte alle zwei Wochen gewendet und regelmäßig ausgelüftet werden, der Bezug alle zwei bis drei Monate gewaschen. Modelle mit fest vernähtem Bezug sind deshalb keine gute Wahl, so günstig sie auch sein mögen.

Empfehlungen zur Schlafhygiene und zur Bedeutung der Liegeposition veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Wer tiefer einsteigen will, findet in unserem ausführlichen Topper-Test die Bewertung einzelner Modelle. Und weil die Auflage nur eine von mehreren Stellschrauben ist, lohnt daneben der Blick auf die optimale Schlafposition sowie auf die Ursachen von Rückenschmerzen durch das Schlafen.

Die Leserin von oben schrieb übrigens sechs Wochen später noch einmal. Neun Zentimeter Kaltschaum, RG 50, Schulterschmerzen weg.

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